Sodo 2

Sodo 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mila will gerade ihre Flügel zusammenfalten, um den Rucksack aufzusetzen, als ihr noch etwas einfällt.

Der Clown draußen hat zum Glück aufgehört, auf ihre Türe einzudreschen. Puh. Das lichtblaue Kamisol hängt noch zum Trocknen im Bad. Wenn sie fliegen soll und zwar richtig, nicht nur Engelchen spielen, ist es da oben im kalten Norden von unschätzbarem Vorteil, diese ultraleichte, kevlarverstärkte und isolierende Kleiderstück dabei zu haben. 

 

" Loup - ich komme, du hinterhältiger Charmebolzen!" Ein Lächeln stiehlt sich schon wieder auf Milas Lippen. Als sie es bemerkt, stößt sie einen leisen ärgerlichen Schrei aus. "Wart`s nur ab, ich zieh Dir das Fell über die Ohren!"

 

Doch vorerst zieht sie nur ihre Haustüre zu und dreht den Schlüssel zweimal im Schloss rum. Sie fragt den Militärfuzzi, ob er wisse, wann sie wieder zurückkommen dürfe. Wenn nicht, müsse sie sich gleich darum kümmern, dass jemand ihre Pflanzen versorgen könne. Einen Nachbarn suchen, der um diese Tageszeit zuhause ist, um ihm einen Schlüssel zu geben. 

 

Der uniformierte Fatzke schaut Richtung Firmament rollt mit den Augen und nickt dann aber.

"Sicher, junge Frau! Die Staatsraison verlangt von uns Soldaten auch, dass wir die Sicherheit und Unversehrtheit der Zimmerplflanzen unserer Bürger gewährleisten, wenn es uns nur irgendwie möglich ist. Aber beeilen sie sich etwas! Der in Betrieb auf sie wartende Black Hawk braucht ja nur knapp 1000 Liter Kraftstoff pro Betriebsstunde." 

 

"Aha, Zynismus gehört auch zu den unabdingbaren Fähigkeiten, die man als Befehlsempfänger braucht. Das macht es mir schon einfacher, mich vertrauensvoll einem hochdekorierten Hosenträgerhelden anzuschließen!" Ihr Blick wandert grinsend zu seinem überquellenden Hosenbund. "Auf, auf zum fröhlichen Jagen! "

 

Sichtlich peinlich berührt, schließt der Offizier schnell seine Jacke und gibt ihr den Weg frei. 

"Sie können mir inzwischen bei der Stewardess ja schon mal ein blutiges Steak bestellen!"

Mittlerweile hat sich Mila entschieden und steuert zielstrebig die Wohnung von Rieslings an. Die sind zwar nicht ihre besten Freunde in der Nachbarschaft, doch das liegt nur daran, dass sie zu Anfang bemerkt hat, dass im Blick von Sylvan Riesling mehr als nur Sympathie und Herzenswärme aufblitzte, als sie ihren Antrittsbesuch bei ihnen machte. Danach hatte der Mann von Riocha nie wieder etwas Anzügliches in seinem Benehmen. Doch Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, sagt ein altes Sprichwort! Und so hatten sie seither trotz der Sympathie nie mehr als ein paar nette Worte gewechselt, wenn sie sich auf dem Vorplatz begegnet waren. 

 

Schade eigentlich! Mehr wird heute auch nicht drin sein. Dieser Hubschrauber ist aber auch sowas von beschissen laut! Hoffentlich ist jetzt überhaupt jemand da.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0