Sodo 4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sodo 4

 

Loup tritt von einer Pfote auf die andere. Fast lässt er sich auf alle Viere nieder, so nervös ist er. Er ist sich bewusst, dass es alles andere als in Ordnung war, dass er dem Colonel so von Mila vorgeschwärmt und ihm sogar ganz nebenbei ihren Wohnort verraten hatte.

 

Natürlich wusste er, was passieren wird. 

Wenn er ehrlich zu sich ist, hat er genau das gewollt. Doch so sähe es nur nach einem Fauxpas aus und er könnte vor Mila so tun, als ob es nur ein Versehen war. Bullshit! Als ob sie so blöd wäre, ihn nicht zu durchschauen! 

 

Klar, sie würde sich bei der Begrüßung nichts anmerken lassen. Wortwörtlich den Schnabel halten, solange sie nicht alleine wären. Doch er erinnerte sich noch genau an das letzte Fettnäpfchen, als er etwas über ihren Schopf entschieden hatte. Erst sah es so aus, als ob sie ihn mit ihren Flügeln zärtlich umfassen wolle. Dann stellte sich ihr Gefieder. Klar. Das tut es immer, wenn sie erregt ist. Sie fuhr ihre Krallen lasziv langsam zwischen seinen Läufen aus und ... . 

 

An den Schmerz will er sich lieber nicht mehr erinnern. Und das oben fehlende Stück Lauscher von seinem rechten Ohr hängt bis heute als Warnung an seinem Schlüsselanhänger. Schurkenleder nennt es Mila. 

Seine Lauscher stellen sich. Schon bevor er wirklich etwas hört. Jetzt - Rotoren. Etwa acht Kilometer entfernt. Der Wind kommt etwas von der Seite. Doppelrotor. Ein Hawk. 

 

Standesgemäß für Mila! 

 

Loup grinst. Noch etwa zweieinhalb Minuten, bis sie ihm das Fell über die Ohren zieht. Nun gut. Nicht sofort. Wie gesagt wird es auf die ein oder andere Weise erst am Abend passieren. Zum Glück hat er den Colonel wenigstens davon überzeugen können, dass es ihrer gemeinsamen Motivation und Leistungsfähigkeit zuträglicher ist, wenn sie eine gemeinsame Unterkuft bekommen. 

Da ist er! Milas roter Schopf leuchtet inmitten all dem Grau und Lindgrün. Lous Herz klopft so stark, dass es fast den Krach der auslaufenden Rotoren übertönt.

 

 

 

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