Sodo 7

Sodo 7



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Jetzt krieg isch gleisch Fracksausen!" Mila wundert sich über Albs Sprache. " Was soll das nun wieder heißen? Und warum sprichst Du so seltsam?"


Alb grinst. Der Zwerg steht in der Ecke und schaut Mila beim Probieren ihrer Ausrüstung zu.

"Wenn isch disch so sehe, so ganz ohne Fetzen an Popo, an die Pommes Tittes, nur mit die roten Federn, wie ein Stola, und die Flügel, mon Dieu - da ist es misch, als ob isch stände im Moulin Rouge, hinten in der Umkleideraum wie eine Concierge und Mademoiselles bei die Toilett zusehe."


Er zögert, als er Milas fragenden Blick bemerkt.


"Non, non! Ce n´est pas come tu crois, mon amour!"


" Aaaalb!"


" Ah, oui! Isch verschteh - Meine Wort sind fron-sö-sisch, das Moulin Rouge war ein Cabaret in Paris um irgendeine Jahrhundertwende und ich bin schließlich auch nur ein Mann! Wenn sich Mademoiselle endlich züchtisch bedecken würden?! Du weißt, ich habe auch verdammt viel Tierisches in mir! Ich kann meine Farbe und Form bei deiner dürftigen Takelage gerade noch so halten und - irgendetwas muss ich ja mit meiner Chamäleonzunge tun, dass es kein Unglück gibt! Ich beginne bald zu hyperventilieren. Da parliere ich eben fron-sö-sich. Wir Männer hier haben verdammt noch mal selten einen so direkten Blick auf die weiblichen Rundungen - und schon gar nicht auf solsch entzückend Detailles!"


Mila schaut an sich herunter. Schüttelt den Kopf und zieht sich schnell das senffarbene Oberteil über. Sie haben es zwar etwas eng gemacht, doch der Stoff ist hightech und ultradehnbar.


"Sorry, Rübi! Daran habe ich nicht gedacht. Kein Wunder, dass dein Besammast sich so forsch aufrichtet. Solange niemand zum Aufentern da ist, sollte ich nicht so splitterfasernackt vor dir herumscharwenzeln."


Nun schaut Alb ganz perplex. Kurz ist es muksmäuschenstill, dann bricht es aus Mila heraus, sie zuckt und bebt, sie schlägt unkontrolliert mit den Flügeln und der Monate alte Staub wirbelt durch die Kajüte wie Pulverdampf bei einem Gefecht. Mehrmals holt sie tief Luft, um zur Ruhe zu kommen, doch es bricht immer wieder aus ihr heraus. Je blöder Alb glotzt, desto schwieriger wird es aufzuhören.


Endlich, als sie sich gerade etwas beruhigt hat, schaut sie ihn an und versucht zu erklären:


"Wenn Du einen auf französisch machst, muss ich ja auch irgendwelche beeindruckenden Kenntnisse vorweisen. Und was ich kann, ist Segeln und Seemannsgarn spinnen. Davon komm ich dann genauso gut wieder weg wie du. Nämlich erstmal gar nicht. Dann folgt eine Schnapsidee der anderen."


Sie zuckt, holt mehrmals tief Luft, lässt sie ganz langsam wieder raus und spricht weiter.


"Die erste war die mit deinem Mast.

Dein panischer Blick nach unten - köstlich. Dann wollte ich sagen: Du armer Deckoffizier!

Hat aber nicht geklappt, wie Du bemerkt hast."


Mila richtet sich auf, versucht ernst zu schauen und nach einem kurzen Kampf und mehrmaligem Schlucken lächelt sie Alb verschwörerisch an. Er grinst zurück.


"Es ist schön, hier mal wieder jemanden mit Humor zu haben. Und Farbe. Die anderen sind alle so ernst - und grau! Wie diese sch... Polarnacht. Das ist keine gute Umgebung für ein an sich tropisches Exemplar wie mich. Der Mangel an Matratzenmambo zehrt natürlich auch.

Auf alle Fälle freue ich mich, dass Du hier bist! Ich hoffe nur Loup kommt mit unserem Geflachse klar. Den möchte ich nun wirklich nicht eifersüchtig erleben. Wenn seine Rute zuckt, will ich nicht in unmittelbarer Nähe sein!"


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