Entzauberte Märchen Nr. 5 Rumpelstilzch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Entzauberte Märchen Nr. 5 Rumpelstilzch

 

 

Es war einmal ein Bauernmädchen, das hatte Augen wie Mandelkern, Knödel wie ein Pornostar und bediente im - Gott hab ihn selig - Wienerwald München Abend für Abend die geistige Elite der bayrischen Maßstemmer.

Nicht dass sie ihre Arbeit ungern gemacht hätte, doch der fesche Koch Heinz verlor ob ihrer Schönheit immer wieder die Kontrolle über seinen Kochlöffel. Mindestens dreimal die Woche drängte es ihn und deshalb er sie, mit ihm in die Rumpelkammer zu gehen, um zu schauen, wo der Babbes den Moschd herholt. Da München und Meenz zwar den gleichen Anfangsbuchstaben besitzen, aber ansonsten sich nicht einmal die Buchstaben in ihrer Aussprache im Entferntesten ähnelten, war es schon zu spät, wenn das Mädel bemerkte, dass das Rumpelstilzchen wieder einmal Einlass begehrte. Allerdings war ihr der Tanz nicht unangenehm, machte er ihr gar flammendrote Fleckerl auf die ansonsten blassen Wangen und ließ ein Riesenfeuer in ihrer Mitten toben und züngeln.

So blieb es nicht aus, dass ihr Vater eines Morgens die Augenbrauen fragend hob, da ihr das Frühstücksei stante pede wieder aus dem hübschen Gesichte fiel. Groß ward ihre Not, der Kopf wurd fast so feurigrot als in Rumpelstilzchens Kammer beim heißen Tanze.

Doch flugs fiel ihr die rettend Ausred ein. Nicht dass sie den Samen in ihrem Leib leugnete. Nein, sie dichtete ihn dem von allen gefürchteten Amtsrat Alois Pimperlhuber an, der meist die Schenke des Nachts als Letzter verließ und den sie des öfteren schon, vom Wirt geschickt, bis vor dessen Stadthaus gestützt hatte. Trunken war er eigentlich ein angenehmer Geselle, immer einen Schwank auf den Lippen, doch tagsüber Doktor Penibel in Person. Rechthaberisch und jähzornig noch dazu. Ohn jedwed fachlich begründet Elementarkenntnis irgendeines Paragraphen ritt er so Zeit seines Lebens den Bürgern der ansonsten humorigen Stadt so auf dem Nervenkleide herum, wie es sein garstig Eheweib daheim mit ihm wohl zu exerzieren beliebte. Da konnte es sein, dass sogar seine eigene Verwandtschaft zu Kreuze kriechen musste, um bei einer von ihm vermuteten Verfehlung, nicht aufs Drakonischte bestraft zu werden.

Ihn zum Schwiegersohne zu haben, was in Anbetracht des Zustandes seiner Tochter unumgänglich schien, war so ein abscheulicher Ausblick in die Zukunft, dass dem Vater nur ein entsetztes "verdammte Hundekacke"entfuhr und er hocherfreut war, als das verzweifelte Töchterlein vorschlug, nicht den alternden Geistesalbino zu ehelichen, sondern den unter dem Kleide heranwachsenden Balg dem etwas liederlichen, doch immerhin feschen und jüngeren Koch Heinz unterzuschieben.

Gesagt, getan. Der erleichterte Vater gewährte ihr Dank ihres ihn ungemein entlastenden Vorschlages eine durchaus ansehnliche Mitgift, und ihr Rumpeheinzchen stieß sie des Nachts weiterhin so oft gen Feuer, dass ihre Wangen bis weit nach der Empfängnis ihrer sieben Kinder immer und immer wieder begeistert rot wurden. So ward aus Angst vor einer unerwünschten Bierdeckelverwandschaft aus erwartet Not dank ihres Geistesblitzes doch letztendlich ansehnlich Lebensfreud geworden.

Dass sie ihren Kindern des Abends: Ach wie gut, dass niemand weiß , dass ich Rumpelstilzchen heiß" vorsang, bleibt wohl auf ewig eines der meistgeliebtesten Gerüchte, die je in Umlauf gesetzt wurden.

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0